[Umfrage] EU-Verpackungsverordnung (PPWR) ab 12.08.: Zieht ihr auch die Reißleine beim EU-Versand?

Hallo zusammen,

der 12. August 2026 steht vor der Tür und damit das offizielle Inkrafttreten der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Für mich als kleinen Händler bedeutet das unterm Strich: Bürokratie-Wahnsinn pur.

Die Pflicht, ab dem ersten Paket in fast jedem einzelnen EU-Mitgliedstaat einen kostenpflichtigen, rechtlich autorisierten Bevollmächtigten zu benennen und mich in zig nationalen Registern anzumelden, steht bei meinen geringen Exportmengen in absolut keinem Verhältnis mehr zum Umsatz. Das rechtliche Risiko und die drohenden Bußgelder im EU-Ausland kann ich als kleiner Betrieb schlicht nicht tragen.

Ich habe für meinen Shopware-Shop deshalb jetzt die Reißleine gezogen: Der EU-Versand wird komplett eingestellt. Ich fokussiere mich ab sofort rein auf den deutschen Markt und unkomplizierte Drittstaaten wie die Schweiz. Die Landingpage steht, die Ländereinstellungen im Backend sind angepasst.

Mich würde brennend interessieren, wie ihr das als Shopware-Community handhabt. Gibt es hier Gleichgesinnte, die denselben Schritt gehen? Beißt ihr in den sauren Apfel und nutzt teure Full-Service-Dienstleister? Oder hofft ihr, dass das Thema nicht so heiß gegessen wie gekocht wird?

Ich habe mal eine kleine Umfrage erstellt. Lasst auch gerne eure Meinung, euren Frust oder eure technischen Lösungsansätze für die Länder-Sperre in Shopware in den Kommentaren da!

Viele Grüße und trotz des Regulierungschaos gute Geschäfte!

Hier die passende Petition dazu: Petition · Stoppt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) zum Schutz von Online-Händlern - Germany · Change.org

Umfrage:

Wie reagiert ihr auf die PPWR ab August 2026?

  • Ich stelle den EU-Versand komplett ein (fokussiere mich auf DE / Nicht-EU).
  • Ich ziehe den EU-Versand trotz der Bürokratie weiter durch (Eigenregie / Dienstleister).
  • Ich warte erst mal ab, was passiert, und lasse alles wie es ist.
  • Betrifft mich nicht / Ich bin rein im B2B-Bereich tätig.
0 Teilnehmer

B2C für EU Länder haben wir vor Jahren als der ganze Zirkus anfing eingestellt.

B2B nur wenn Interessent direkt anfragt.

B2B ist von der Regelung nicht befreit, wenn das Unternehmen der Endverbraucher ist. Nur so am Rande vermerkt.

Könnte Shopware nicht mal eine eigene große Umfrage starten, damit mal ersichtlich wird, wie dieses EU-Verordnung dem innergemeinschaftlichen Handel schadet? Damit die Politik mal sieht, was sie angerichtet hat.

Wäre ja auch im Sinne von Shopware selbst, wenn der Handel weniger kompliziert gemacht wird. Ich kenne einige, die jetzt ihre Shops endgültig aufgeben, weil alles zu viel wird. Wenn es irgendwann nur noch Amazon & Co. gibt, braucht es einen Shopware-Software nicht mehr.

Hier wäre es zu speziell auf Shopware gemünzt. Es sollte eher vom Händlerbund oder anderen Organisationen was kommen. Gibt’s vielleicht aber auch schon oder wird in Kürze sicherlich was kommen. Generell jegliche Bürokratie, welche mit Kosten verbunden sind (und das ist quasi immer der Fall) wird zu Unzufriedenheit führen.

Größere Händler die das irgendwie kostentechnisch und organisatorisch gewuppt bekommen, ist nicht das Problem. Kleinere Händler, bei dem die Marge vermutlich eher gering ist, werden hier Probleme bekommen und dann aussteigen.

Ich bin auch der Meinung, dass je mehr sich beschweren bzw die Konsequenzen aufzeigen die Chance steigt, dass man in Brüssel vielleicht mal aufwacht. Allerdings sehe ich da Shopware wie Raymond sagt eher als Name auf einer Liste vom Händlerbund oder IHK.

Auf der einen Seite heißt es wir müssen den EU-Handel stärken, fördern und Bürokratie abbauen, aber gefühlt tun sie alles um den komplett abzuwürgen.

Das Putzige daran: Könnt Ihr Euch noch an die Geo-Blocking-Verordnung von vor ein paar Jahren erinnern?

Kauft ein Kunde aus einem anderen EU-Land (etwa Spanien) im deutschen Shop, muss der Kauf möglich sein, sofern eine deutsche Liefer- oder Abholadresse angegeben wird.

Ich glaube, der Händlerbund macht grad schon richtig mobil zu diesem Thema, hängt Euch mal an deren Insta-Account oder auch den von Tim Arlt. Es scheint auch eine Petition dazu herumzuschwirren, und einige EU-Abgeordnete scheinen sich ebenfalls zu dieser Thematik stark zu machen.

Und selbst wenn erreicht wird, dass es zwischenzeitlich keine Abmahnungen gibt und die Pflicht einer Ansprechperson vor Ort wegfällt, bleibt wohl dennoch das Damoklesschwert der Notwendigkeit zur Registrierung in den einzelnen Ländern erhalten, was auch Geld kostet. Das macht - insbesondere bei sporadischem Versand in die gewünschte Destination dann wirtschaftlich ebensowenig Sinn.

Früher hat man B2C Bestellungen aus China als Privatgeschenk zugesendet bekommen. Ggf wäre das was für den Übergang. Ggf gibts auch Paket-Forwarder in Zukunft.

Palette mit Baumaterial werde ich kaum als Geschenk durchbekommen :smiley:

Aber Paket-Forwarder bzw. Grenzpaket-Shops gibt es ja schon einige. Schätze müssen wohl in naher Zukunft anbauen.

Nachtrag: Hat mal einer schon geschaut wie Händler in anderen EU-Ländern reagieren?

Hier ist der Link zu der Petition auf change. org: Petition · Stoppt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) zum Schutz von Online-Händlern - Germany · Change.org

wird immer besser

Nun fordern Brüsseler Beamte, ihre eigenen Regeln zu ignorieren

Das ist so was von lächerlich. Weder zahlen die meine Abmahnungen oder Strafzahlungen noch hat das irgendeine noch so geringe rechtliche Bedeutung.
Die Beamten in Brüssel geben sich aber auch wirklich alle erdenkliche Mühe, dass man sie für komplett bescheuert hält.

Aber auch einen Dank an unsere eigene Regierung, die das Thema für so unwichtig hält, dass man eine mögliche Entschärfung ausgebremst hat und es frühestens nach der Sommerpause verhandeln will.

Urlaub ist ja auch so wichtig, muss man verstehen.