Q&A zur Fair Usage Policy und geänderten AGB vom 24.03.2025

Hallo zusammen,

seit dem 24. März gibt es geänderte AGB inkl. der Einführung der Fair Usage Policy für den Shopware Account und damit dem Shopware Store für die Shopware Community Edition. Wir informieren auf dieser Seite darüber:

Um noch mehr Zusammenhänge zu verstehen, empfiehlt sich das vorherige Anhören dieses Videopodcasts:

Weil solche FAQ natürlicherweise nicht alle Fragen abbilden können, die möglichweise in dem Zusammenhang auftauchen, möchten wir hier auf weitergehende Fragen eingehen. Damit das ruhig abläuft und tatsächliche Fragen sachlich beantwortet werden können, bitten wir um Einhaltung der Regeln für diesen Thread:

Bitte beachtet, dass wir Verstöße gegen diese Regeln aus Rücksicht auf die sachlichen Fragesteller rigoros herausmoderieren werden. Danke für Euer Verständnis!

Hallo,

Frage a) wie lange wird diese AGB gelten mit der jetzigen Umsatzgrenze?
Frage b) wie wird innerhalb von SW darüber nachgedacht solche wichtigen Änderungen demnächst früher anzukündigen. Es ist zwat im Geschäftsumfeld erlaubt so kurze Fristen zu setzen, aber die feine englische Art ist es nicht, und dazu noch kurz vor einem Wochenende.

Da gemäß Dokumentation auch historische Daten durch das GMV-Plugin erfasst werden:

  1. Wie weit zurück werden historische Daten zu Shopware übertragen?

  2. Für welchen Zeitraum will Shopware erstmals die Daten verwenden, d.h. ab wann rückwirkend bis zum ersten potentiellen Kontakt bzgl. Fair Usage Policy zu den Händlern?

  3. Im anderen Thread zum Thema war teilweise von Moderatoren vom Zeitpunkt der Eröffnung des Shopware-Accounts die Rede, was faktisch den Start-Zeitpunkt des ersten Shops im Account bedeuten würde?

  4. Wird der GMV-Wert je Shop oder für alle Shops innerhalb eines Accounts herangezogen?

  5. Werden Verkaufskanäle einzeln oder zusammen je Shop berücksichtigt oder ist es andernfalls möglich für z.B. Marktplätze eingerichtete Verkaufskanäle auszuschließen?

1 „Gefällt mir“

Danke für Deine Fragen @nurich-1 .

Es sind keine zukünftigen Änderungen an der jetzigen Umsatzgrenze geplant. Sie wurde gut durchdacht und gilt für uns als gute Definition eines kommerziell erfolgreichen Shops für den es möglich sein sollte, einen Beitrag zu leisten.

Wir nehmen das Feedback gerne mit und schauen, ob wir für ähnliche Änderungen, einen anderen Vorlauf planen können. Da uns aber klar ist, dass nicht jeder, der betroffen ist, am Tag der Veröffentlichung der AGB einen Plan buchen wird, haben wir ja entsprechende Übergangsfristen gesetzt, in denen man mit uns individuelle Gespräche führen kann. Echte Maßnahmen wird es erst ab frühestens Juli geben und auch dann nur, wenn wir sehen, dass keine Gesprächsbereitschaft zu erkennen ist.

Die historischen Daten werden zurück bis 2022 übertragen.

Ausschlaggebend ist der GMV jeweils ein Jahr rückwirkend vom Gespräch zur Fair Usage Policy.

In Bezug auf die oben genannten Fragen? Nein, das ist nicht korrekt.

Der GMV-Wert wird je Shopware-Instanz herangezogen.

Der GMV-Wert wird je Shopware-Instanz, also über alle Verkaufskanäle herangezogen.

  1. Sollte ein Shopbetreiber vom Community Store ausgeschlossen werden, welches Vorgehen wird von einem Plugin-Hersteller erwartet, sofern der Kunde weiterhin auf das Plugin angewiesen ist?
  2. Ist es zulässig, Plugins über alternative Vertriebskanäle anzubieten, wenn im Herstellervertrag lediglich Werbemaßnahmen eingeschränkt werden?
  3. Wird erwogen, Shopbetreibern einen alternativen bzw. kostengünstigeren Plan anzubieten, der ohne das Shopware Commercial Plugin und ohne Supportoptionen auskommt?
  4. Auf welcher Grundlage basiert die Annahme, dass lediglich 5 % der Shopbetreiber betroffen sind, insbesondere vor dem Hintergrund, dass in meinem Umfeld – vor allem bei von Agenturen betreuten Shops – nahezu alle betroffen sind?
  5. Können Sie bitte angeben, wie viele Shopbetreiber in absoluten Zahlen diesen 5 % entsprechen?
  6. Welche Begründung liegt der Verwendung des Begriffs „Fair Use Policy“ zugrunde, wenn dieser normalerweise im Kontext der Eindämmung missbräuchlicher Nutzung (z. B. bei Webservices oder Roaming) steht, während die meisten Shops auf eigenen Servern gehostet werden und somit keine zusätzliche Infrastrukturbelastung für Shopware entsteht?
7 „Gefällt mir“

Wie verhaelt es sich mit einem Shop, der Waren in anderem Namen vertreibt, damit Fremdgelder einnimmt und dafuer eine Gebuehr einbehaelt?

Beispiel: Artikel kostet im Shop 179 €, wovon eine Gebuehr von 4,90 € einbehalten wird. Der Rest sind Fremdgelder und werden dementsprechend weitergereicht.

Was betrachtet Shopware hier als GMV des Shop-Betreibers? Die 4,90 € oder die 179 €?

Wie erhalte ich wieder Zugriff auf meine gekauften Plugins und die Daten im Shopware-Account ohne den neuen AGB zu zustimmen?

3 „Gefällt mir“

Wie ist folgender Punkt zu verstehen? Ist das Angebot bei GMV größer 2. Mio. Euro noch gültig, jedoch zu anderen Konditionen oder hat man dann keinen Anspruch auf das Angebot?

Inklusive GMV-Freigrenze: 2 Mio.

Aus der E-Mail „Handlungsbedarf: Wichtige Aktualisierung der Shopware-AGB“ vom 20.03.2025.

Das Community Edition Migration Offer steht berechtigten Nutzern der Shopware 6 Community Edition mit folgendem Angebot zur Verfügung:

* 300 € / Monat
* 3-Jahres-Vertrag
* Inklusive GMV-Freigrenze: 2 Mio. €

Ab Mai 2025 wird dieses Angebot in der Self-Service-Buchungsübersicht deines Shopware Accounts angezeigt, sofern du die folgenden Kriterien erfüllst.

Gesetzt den Fall man entscheidet sich gegen die AGB und oder einen der Pläne aus welchen Grund auch immer

  • läßt sich die CE-Version trotzdem updaten, bzw. bekommt man diese
  • wie sieht es aus mit Updates für das Paypal-Plugin, das ist ja eigentlich fester Bestandteil des Shops
2 „Gefällt mir“

Das GMV sind die 179€, was du beschreibst ist allerdings ein Sonderfall. Da jeder Fall einzeln mit uns durchgesprochen wird, würde das auch berücksichtigt. In welcher Form genau kann ich dir pauschal nicht sagen, weil es tatsächlich individuell ist.

Hierzu noch die Frage wie es mit dem Sicherheits-Plugin aussieht?

1 „Gefällt mir“

Das wurde u.a. in der Q&A beantwortet. Ohne Account hast du keinen Zugriff auf das Sicherheits-Plugin, es steht auch nicht über GitHub zur Verfügung.

Du musst also in diesem Fall direkt dein Shopware-System updaten, um die aktuellen Sicherheitsupdates damit zu erhalten.

3 „Gefällt mir“

Shopsystem updaten heisst von z. B. 6.6.9 auf 6.7 mit einem „gewissen Risiko“, dass meine gekauften Plugins (wo in der Zwischenzeit die Subscription ausgelaufen ist) unter 6.7 nicht mehr funktionieren und dann neu gemietet werden müssen um unter 6.7 noch zu funktionieren?

GMV: Gross Merchandise Value (deutsch: „Bruttowarenwert“). Für die Berechnung des GMV werden die folgenden Grundsätze angewandt:

  • Rücksendungen sind enthalten (reduzieren den GMV nicht);
  • Rabatte werden berücksichtigt (reduzieren den GMV);
  • Steuern werden nicht berücksichtigt (Berechnung mit Nettowerten); und
  • Versandkosten sind enthalten.

Fließen abgebrochene Bestellungen in den GMV ein?

Den Kunden von den Vorteilen überzeugen, dieses über den Shopware Store zu beziehen (Quality, Security, Updates etc.) und sich bzgl. des Plans, um wieder Access zu bekommen, mit Shopware in Verbindung zu setzen. Natürlich würden wir es sehr begrüßen, wenn unsere Extension Partner den Weg gemeinsam mit uns gehen und ihre Extensions nicht auf anderem Wege anbieten.

Es gibt kein Verbot, sein Plugin über andere Kanäle anzubieten, auch wenn wir dies nicht als partnerschaftliches Verhalten werten. Die Fair Usage Policy wurde eingeführt, um ein nachhaltiges System sicherzustellen, in dem wir dauerhaft eine starke CE zur Verfügung stellen und eine starke Open Source Community fördern können. Wenn diese Maßnahme nicht greift, aufgrund eines externen Marktplatzes, ist das System dafür gefährdet.

Wir setzen auf unsere bewährten Pläne und sehen hier keinen Need, weitere Optionen zu schaffen. Für unsere treuen CE-Kunden können wir attraktive Konditionen anbieten in individuellen Gesprächen.

Es gibt einen Anteil an CE-Kunden, die einen OptIn gegeben haben, uns Daten zu übermitteln. Bei diesen Kunden haben wir eine Auswertung gemacht wie viele einen GMV von über 1M € haben und dies sind 5%.

Hier bitten wir um Verständnis, dass wir keine absoluten Zahlen rausgeben, wie viele Kunden wir in welchen Editionen haben.

Eine Fair Usage Policy bezeichnet eine Regelung zur angemessenen, verantwortungsvollen Nutzung eines Produkts, Dienstes oder einer Software. Sie dient dazu, die Nutzung so zu gestalten, dass Ressourcen fair verteilt, Missbrauch vermieden und die Interessen aller Beteiligten gewahrt bleiben. Ziel ist es, eine nachhaltige Weiterentwicklung der Software zu ermöglichen und gleichzeitig eine faire Balance zwischen offenem Zugang und gerechter finanzieller Beteiligung sicherzustellen. Also eine Regelung die eine faire Nutzung sicherstellt.

1 „Gefällt mir“

Sorry, mein Missverständnis:

Gekaufte Erweiterungen können nach wie vor auf der zuletzt gültigen Version genutzt werden. Ohne Zugriff auf den Account oder eben Umstieg in die Miete ist für diese Erweiterungen aber kein Update und kein Support möglich. Solltest Du bei einer gekauften Erweiterung das Archiv benötigen, wende Dich bitte an den Support, um Dir Deine gekauften Versionen zukommen zu lassen.

Sprich das am besten mit dem zuständigen Mitarbeiter im Sales durch. Ganz sicher kann man sich in diesem Fall individuell einigen.

Danke, hier noch ein Zusatz. Wenn man sich diese Informationen hier anschaut, wird der Trend eher weg von Security-Plugin, hin zu Security-Patch innerhalb der letzten beiden Major Versionen gehen: Shopware Release Policy | Shopware Documentation

Und noch einer: Ein Backport von Security Patches auf vorherige Major-Versionen ist - natürlich abhängig von der Komplexität des Fixes - nicht auszuschliessen.

Meine Fragen zur Fair Usage Policy und GMV-Berechnung:
1. GMV-Berechnung bei Stornierungen durch Fake- oder Betrugsbestellungen

Wir haben regelmäßig Fake-Bestellungen, bei denen die Zahlung (z.B. per PayPal) abgebrochen wird und die Bestellung manuell storniert wird. Diese Bestellungen tauchen im System auf, werden aber nicht ausgeliefert und nicht bezahlt. Werden solche stornierten oder abgebrochenen Bestellungen bei der GMV-Berechnung berücksichtigt?

2. Klarstellung zur Steuerberechnung
Im offiziellen Video (ab Minute 3:50) siehe oben heißt es wörtlich:

„… die Steuern sind exkludiert, das heißt wir kalkulieren mit den Netto-Werten.“

Im schriftlichen Blogpost wird hingegen vom Bruttowarenumsatz gesprochen.

Bitte um eindeutige Klarstellung, ob die GMV-Berechnung auf Brutto- oder Nettowerten basiert.

3. Umgang mit gekauften (nicht gemieteten) Plugins und Themes
Was passiert mit einmal gekauften Lizenzen (Templates/Plugins), die nicht im Mietmodell laufen? Haben wir auch weiterhin Zugriff, wenn wir die AGB nicht akzeptieren oder keinen Plan buchen?

4. 1-Million-Grenze:
Wie lange besteht Planungssicherheit für die Netto-Umsatzgrenze von 1 Million Euro? Wird diese Grenze auf absehbare Zeit beibehalten oder ist in Zukunft eine Anpassung denkbar?