MwSt-Änderung wegen Corona

Hallo,

wir entwickeln hierfür aktuell ein Plugin. Hier kann man sich zur Veröffentlichung informieren lassen:

https://www.galvezgil.com/swplugin.php

Hintergrund:

-> Die Änderung muss ja zwei Mal erfolgen. Zum 01.07. und 01.01. Pünktlich um 0 Uhr, damit die Rechnungen stimmen.

-> Außerdem werden die Preise, selbst bei Eingabe als Brutto-Preise, trotzdem immer Netto in der Datenbank gespeichert. Wie @sonic‍  richtig anmerkt. D.h. wenn heute 119€ brutto eingegeben werden, speichert er in der Datenbank 100€. Sobald man den Steuersatz ändert, werden 116€ draus.

Unser Modul wird es auch ermöglichen die Netto-Preise automatisch so anzuheben um 0 Uhr, dass sich wieder die gleichen Brutto-Preise ergeben (also 102,59€ ca. in diesem Fall)

Ich persönlich würde in dieser Zeit nirgendwo einkaufen, der seine Produkte weiterhin zu seinen alten Preisen verkauft. Das ist reine Verarsche des Händlers und Ich denke, dass es sicherlich vielen Verbrauchern so geht.

Viele Grüße 

Ja - jeder denkt da so anders, ist aber nicht Grundlage der Diskussion. Und manchmal hat man sogar Vorgaben vom Hersteller für den VK. (ob es nun 9,95EUR oder 9,70EUR wird der Kunde eh kaum vergleichen wollen/können)

Also wenn ich bei hinterlegten Bruttopreisen nur den Steuersatz ändere, dann ändert sich auch der hinterlegte Bruttopreis, sprich der Artikel wird günstiger und bekommt einen kurmmen Preis? Weil Shopware nicht von meinem hinterlegten Bruttopreis ausgeht, sondern immer von dem shopwareseitig ausgerechneten Nettopreis? Gut zu wissen. 

1 Like

Wie wärs, im Warenkorb einen Rabatt einzuräumen?

@EikeBrandtWarneke‍ Glaubst Du wirklich, die zweimalige Ust.Umstellung ist kostenfrei zu haben? Glaubst Du wirklich, die Händler hätten in der Corona-Krise nicht sowieso schon Mehrausgaben und Gewinneinbussen? Was hast Du davon, wenn ein Schwellenpreis von 9,99 auf 9,74 sinkt? Kauft deswegen jemand mehr? Sind nicht Versandkosten und Einkaufspreise in den letzten Monaten teils massiv gestiegen, ohne das dies vollständig an die Kunden weiter gegeben worden wäre?
Einmal drüber nachdenken, ohne gleich so flache Sprüche raus zu hauen, das würde ich mir wünschen.

4 Likes

@igalvezgil‍ Euer Plugin ist für viele da sicher eine Hilfe. Aber letztlich hängt die Besteuerung vom Lieferzeitpunkt und nicht vom Zeitpunkt der Order oder der Rechnungsstellung ab. Wenn ich Bestellung aus 06/20 also erst in 07/20 versende (versenden kann), dann gilt bereits der neue Steuersatz. Da kommt noch viel Arbeit auf die Shopbetreiber zu.

1 Like

So würde es doch funktionieren?

Um die alten Brutto-Preise beizubehalten, würde ich die Preise aller Artikel exportieren, dann die Steuersätze umstellen, danach dann die alten Bruttopreise wieder importieren, das sollte je nach Artikelanzahl nicht übermäßig lang dauern und müßte so funktionieren (ungetestet).

1 Like

@drakon schrieb:

@igalvezgil‍ Euer Plugin ist für viele da sicher eine Hilfe. Aber letztlich hängt die Besteuerung vom Lieferzeitpunkt und nicht vom Zeitpunkt der Order oder der Rechnungsstellung ab. Wenn ich Bestellung aus 06/20 also erst in 07/20 versende (versenden kann), dann gilt bereits der neue Steuersatz. Da kommt noch viel Arbeit auf die Shopbetreiber zu.

Guter Hinweis. Aber wenn die Rechnung automatisch ausgestellt wird in 06/20 wird die durch Auslieferung in 07/20 doch nicht „falsch“? Wir werden dem nachgehen… :wink:

Letztlich soll das Plugin auch hauptsächlich das Problem ab dem 01.07. / 01.01. lösen, dann gilt der neue Satz ja in jedem Fall.  Dann muss sich niemand den „Wecker“ stellen.

 

oder per SQL und das in einen Cronjob gepackt, der um 0:01 Uhr startet.
$statement = update…set…

Noch einen Nachtrag zur Schelte von EikeBrandtWarneke:
Viel Spaß mit Bestellungen, die jeweils vor der Umstellung reinkommen und nach der Umstellung ausgeführt und in Rechnung gestellt werden.
Von 19% auf 16% wäre ggf. noch machbar, weil Gutschrift z.B. via PayPal getätigt werden können.
Habe ich aber einen Überhang vom Dezember in den Januar, bleibe ich als Händler auf den Kosten für die höhere Umsatzsteuer sitzen.
Unter dem Strich bringt eine Preissenkung sicherlich nicht den Mehrumsatz um den Ärger oder die Mehrkosten zu rechtfertigen. Zumindest nicht bei Produkten, bei denen die Steuersenkung im Cent-Bereich liegt. Bei hochpreisigen Produkten sieht dass dann natürlich anders aus. Aber da kommt dann im Januar die fette Steuerkeule für den Händler, wenn Kunde noch schnell am 31.12. den neusten QLED für 3kEUR kauft. Es gibt also durchaus Gründe, für die 6 Monate nicht die Bruttopreise zu senken.

Der “Überhang” ist mir persönlich aber eh wurscht, weil ich vor meinem Urlaub und über den Jahreswechsel den Shop eh “schließe”  Wink

@EikeBrandtWarneke schrieb:

Ich persönlich würde in dieser Zeit nirgendwo einkaufen, der seine Produkte weiterhin zu seinen alten Preisen verkauft. Das ist reine Verarsche des Händlers und Ich denke, dass es sicherlich vielen Verbrauchern so geht.

Viele Grüße 

Das geht manchmal aber nicht anders. Wir verkaufen unter dem Buchpreisbindungsgesetz. Nachdem wir in Webshop und Buchhaltung alles selbst geändert haben, müssen wir die Änderung des gebundenen Ladenpreises an alle Grossisten, Verzeichnisdienste und Einzelhändler weitergeben, dazu gibt es gesetzliche Vorlauffristen. Das ist definitiv nicht einzuhalten. Und dann für sechs Monate und dann wieder Rolle rückwärts … Wir werden die versteckten Mehreinnahmen (die man ja auch mit niedrigeren absetzbaren Vorsteuern für Einkäufe verrechnen muss) spenden.

Ein typischer Regierungsschnellschuss.

Gut gemeint war noch fast immer das Gegenteil von gut gemacht!

Ich suche mir einen Job, wo ich nur einen Besen bedienen darf :smiley:

 

Mir hat man mal gesagt: Veränderrungen müssen nicht immer schlecht sein

 

Kurz danach hat er seinen Job verloren !

@sonic schrieb:

@Toric‍ du gibts im Backend zwar Bruttopreise ein, Shopware hinterlegt diese aber als Nettopreise. Änderst Du nun den Steuersatz 19% in 16% und löscht alle Caches, werden die Artikel danach billiger. Gerade mal durchgespielt. Wenn Du also die Steuersenkung an den Kunden weitergeben möchtest, ist es ganz einfach. Möchtest Du aber die „alten“ Bruttopreise behalten - also ein paar Cent mehr einstreichen - hast Du ein Problem.

Schön wärs. Ich hatte es natürlich auch ausprobiert, bevor ich geschrieben habe. Die Bruttopreise ändern sich bei mir eben nicht. Cache gelöscht, kompiliert und dann noch den productionordner und Browsercache gelöscht. Der VK im Shop ändert sich nicht. Auf der Rechnung wird nur der niedrigere Steuersatz ausgewiesen.

Ich sehe, dass es lt. Doku Shopware 5 - Einstellungen - Kundengruppen so sein sollte, aus irgendeinem Grund ist es aber nicht so. Ergebnis also mehr netto für mich. Das ist lt. derzeitiger Veröffentlichung nicht der Sinn der Sache (siehe Zitat Scholz in meinem ersten Kommentar hier). 

Angenommen, es wäre, wie in der Doku beschrieben, senkt sich für 6 Monate der Preis entsprechend und mein einziges Problem bzgl. Shopware wäre die Möglichkeit der Mehrfachänderung. Wenn das auch machbar wäre, alles super. Der Rest betrifft Steuerrecht, Buchhaltungssoftware und Steuerformulare.

 

@drakon Es spielt eine Rolle, ob jemand Soll- oder Istversteuerer ist. Bei den Einen zählt das Leistungsdatum, bei den Anderen der Tag des Geldeingangs. Da muss ich an anderer Stelle auch erst klären, was mit Bestellungen ist, die im Juni reinkommen und mit 19% bestätigt werden und erst im Juli bezahlt werden. Bei Paypal habe ich generell auf Autorisierung gestellt, da kann ich den Betrag bei Einzug manuell redzieren und bei Januar ggf. einfach eine Geldanforderung senden. Bei Kreditkarte und Überweisung ist s was anderes. Muss ich mir eingehend Gedanken machen…

 

NACHTRAG FÜR @sonic‍

Gerade noch etwas anderes versucht. Vorangelegt sind im System die Steuersätze 19%, 7% und 0%. Dazu hatte ich 16% und 5% neu angelegt und im Artikel selbst z.B. 16 % ausgewählt. Das ändert den Bruttopreis im Shop nicht.

Wenn ich aber die vorhandenen 19% und 7% mit 16/5 überschreibe, ändert sich der VK-Preis entsprechend.

Ob das nun so richtig ist? Zumindest ist das Überschreiben der vorhandenen Steuersätze nicht die Lösung, denn dann ändern sich die Steuersätze in den bereits bestehenden Bestellungen auch.

Ich habe es auf zwei Wege gemacht:

  1. Steuersatz 19% umbenannt und auf 16 geändert - Preis gesunken
  2. Steuersatz 19% eine Sonderregeleung für Kundengruppe EK von 16 hinterlegt => Preis gesunken

Jedesmal „Shopware Konfiguration“-Cache geleert!

Den Weg über „neuen Steuersatz“ und dann dem Artikel zuordnen habe ich jetzt nicht gemacht, wäre mir zuviel Aufwand, alle Artikel zu ändern.

*hmm* - die Werte werden doch fest in die orders geschrieben - ändern sich da wirklich auch die Steuern bei Alt-Bestellungen? Dürfte eigentlich nicht sein - wäre ja ein grober Bug in Shopware.

Edit: *fck* Du hast Recht mit den alten Bestellungen.
Zurück auf LOS - wenn ich geahnt hätte, dass eine einfache Steueränderung bei Shopware so problematisch ist…
 

Dann schau mal rein @sonic‍ dein 1) hab ich eben versucht. Wenn du alte Bestellungen öffnest, steht bei den Artikeln 16% statt 19%, bei Zahlartrabatt o.ä. bleiben die aber 19% stehen. Wenn ich auf Rechnung Vorschau klicke, steht da 19%. Nachgerechnet hab ich jetzt noch nicht, welcher Steuersatz tatsächlich berücksichtigt wurde. Gespeicherte Belege werden sich wohl nicht ändern. Aber auch das Vorgenannte wäre ungünstig und verwirrend.

Dein 2) sagt mir grad nix, das muss ich mal ansehen. Ich habe nur die zwei Steuersätze und eine Kundengruppe, da musste ich glaube ich nie Einstellungen vornehmen - außer bei einzelnen Artikeln die 7% auswählen.

Jo, ich bin dann mal bei Dir - wieder mal was gelernt :wink:
Also: Habe ich „Bruttopreise“ und änder im Artikel den Steuersatz, wird wohl der hinterlegte Netto-Preis neu berechnet, damit auch mit 16% der alte Bruttobetrag stimmt.
Für mich wäre das jetzt so OK, für Dich wohl eher nicht.
Damit kommt aber das nächste Problem:
In der Mehrfachänderung kann ich auf die Schnelle nicht TAX oder so finden. Und wenn doch, fällt Shopware ja immer wieder damit auf, dass Berechnungen und Aktualisierungen, die beim „Speichern“ ausgeführt werden, bei der Mehrfachänderung nicht durchgeführt werden.

Ich habe jetzt aber ehrlich keine Lust, alle Artikel händisch neu zu speichern!

Also: Ändert man den vorhandenen Steuersatz, werden die Artikel billiger, alte Bestellungen haben dann aber völlig falsche Preise. Führt man einen neuen Steuersatz ein, muss man (womöglich) alle Artikel neu speichern, aber die alten Bruttopreise sind dann auch die neuen Bruttopreise.

Jetzt müsste ich gucken, wo ich lande, wenn ich zunächst die Preise im backend auf Netto umstelle, händisch alle Artikel den Steuersatz änder, und dann wieder auf Brutto stelle.

Was für ein Murks. Politischer Aktionismus trifft auf veraltete Software (wobei ich nicht glaube, dass SW6 da besser aufgestellt ist)

Will man die Preise senken, wird wohl der beste Weg sein, den Steuersatz direkt per SQL zu ändern, dann dürften die alten Netto-Preise erhalten bleiben  Sticking-out-tongue

Ich hatte das bei uns im Testshop auch ausprobiert und den von Shopware angelegten Steuersatz von 19% auf 16% geändert. Und in der Tat werden alle Bruttopreise reduziert, da der Preis ja als Netto in der DB gespeichert wird und dann neu berechnet wird.

Ich habe nun auch mal in die Altbestellungen reingeschaut. Da steht dann tatsächlich auch 16 %, weil der Name des Steuersatzes sich über die taxID aus der s_core_tax geholt wird. Die tax_rate steht bei den Altebstellungen in der Datenbank aber weiterhin auf 19, d.h. die Preise bzw. der Betrag der Bestellung verändert sich nicht, nur die Bezeichnung.

 

Also der sauberste Weg wäre die Steuersätze 16 und 5 neu anzulegen und dann alle Artikel auf diese Steuersätze ab 1. Juli umzustellen (und auch die Versandkosten nicht vergessen, die stehen vermutlich auch “höchster”? Und dann an Neujahr wieder zurück?

Wird es da eine Handlungsempfehlung seitens Shopware geben?  

2 Likes